Filzfigur von Gotow

Ein Gast aus dem fernen Japan

22. Mai 2020

Vor einigen Wochen habe ich für die Frühjahrsausgabe der Zeitschrift filzfun ein Porträt des Künstlerpaares Koji und Kanae Goto alias Gotow geschrieben. Die beiden leben im Kataji-Tal in der japanische Präfektur Gifu und gestalten äußerst skurrile Filzwesen, zu denen sie sich häufig von Figuren aus japanischen Büchern inspirieren lassen.

Heute traf nun eines dieser Wesen im Redaktionsbüro ein: der Bauer Noomy – ein Gruß aus Japan, das in diesen coronagebeutelten Zeiten noch ferner scheint als sonst schon. Natürlich wollte Noomy nach der langen Reise als Erstes den Garten hinter dem Büro inspizieren. Ich hoffe, er war zufrieden mit dem, was es dort zu sehen gibt.

Inzwischen ruht er sich in der Vitrine – gut geschützt vor den Redaktionskatzen – aus. Herzlichen Dank an Koji und Kanae Goto für diese hinreißende Überraschung!

Amish Quilts im tim Augsburg

16. Mai 2020

Dr. Karl Borromäus Murr erklärt den JournalistInnen einen Sawtooth-Diamond-Quilt aus der Zeit um 1910.

Dr. Karl Borromäus Murr erklärt den JournalistInnen einen Sawtooth-Diamond-Quilt aus der Zeit um 1910.

Nach Wochen fast ohne Auswärtstermine – von Gemeinderatssitzungen und der Layoutpräsentation für die filzfun abgesehen – bin ich gestern mit besonderer Vorfreude zum Presserundgang durch die Ausstellung „Amish Quilts Meet Modern Art“ im Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) gefahren und wurde nicht enttäuscht.

Fünfzig exquisite Amish Quilts der Sammlung Wurzer werden in dieser Ausstellung Arbeiten namhafter Künstler gegenübergestellt, wobei die Exponate in Themengruppen wie Armut | Reichtum, Demut | Hochmut oder Arbeit | Müssiggang gegliedert sind. Museumsleiter Dr. Karl Borromäus Murr, ebenso wie wir alle mit Maske, führte die JournalistInnen fast zwei Stunden lang durch die Schau und langweilte uns dabei keinen Augenblick.

Die Quilts sind allesamt in den klassischen Mustern gearbeitet, die ich selbst besonders gern mag: Log Cabin, Center Diamond, Bear’s Paw, Bars, Double Wedding Ring, Tumbling Blocks, Nine Patch … Hier ein paar Beispiele:

Log Cabin / Straight Furrow | ca. 1950 | Sammlung Wurzer, München

Log Cabin / Straight Furrow | ca. 1950 | Sammlung Wurzer, München

Double Wedding Rings (Detail) | ca. 1915 | Sammlung Wurzer, München

Double Wedding Rings (Detail) | ca. 1915 | Sammlung Wurzer, München

Familie Mast | Tumbling Blocks (Detail) | 1900 | Sammlung Wurzer, München

Familie Mast | Tumbling Blocks (Detail) | 1900 | Sammlung Wurzer, München

Double Nine Patch Variation | ca. 1925–1930 (Detail) | Sammlung Wurzer, München

Double Nine Patch Variation | ca. 1925–1930 (Detail) | Sammlung Wurzer, München

Und nachdem ich meinen Bruder Felix Weinold coronabedingt seit vielen Wochen nicht mehr gesehen habe, hat es mich besonders gefreut, im tim wenigstens einige seiner Arbeiten in der Ausstellung zu entdecken:

Felix Weinold | Vanity Fair | 2014

Felix Weinold | Vanity Fair | 2014

„Amish Quilts Meet Modern Art“ ist ab Dienstag, 19. Mai, bis zum 25. Oktober im tim Augsburg zu sehen. Allen, die sich für traditionelle Quilts und moderne Kunst interessieren, lege ich die Ausstellung – und den sehr informativen, angenehm zurückhaltend gestalteten Katalog – ausdrücklich ans Herz.

Vieles neu macht der Mai

2. Mai 2020

Gut 30 Meter hoch, mit Rindenschnitzereien, Fichtengirlande, zwei Kränzen, Stoffbändern und Zunfttafeln geschmückt: Einen so eindrucksvollen Maibaum stellen die rund 100 Einwohner des Wallfahrtsortes Violau jedes Jahr auf – außer im Corona-Jahr 2020.

Das waren noch Zeiten! Eigentlich sollte jetzt wieder solch ein stattlicher Maibaum vor der Wallfahrtskirche in Violau stehen, doch in diesem Jahr ist alles anders: kein gemeinsames Kranzen und Schnitzen der Dorfgemeinschaft, keine Maibaumfeier, keine Ständchen mit der Musikkapelle – jammerschade!

Hier geht die Arbeit trotzdem wie gewohnt weiter, und mit dem Monat Mai beginnt eine neue Ära: Seit das Redaktionsbüro vor gut 15 Jahren in Violau angesiedelt ist, berichte ich aus dem Gemeinderat Altenmünster, dem in all den Jahren Bürgermeister Bernhard Walter vorstand. Ihm folgt jetzt Florian Mair nach. Ich wünsche ihm Freude an der neuen Aufgabe, stets eine glückliche Hand und viel Erfolg zum Wohle unserer Gemeinde.

Augsburger Allgemeine, Landausgabe Nord, 2. Mai 2020

Vergangene Woche haben wir im Verlag das Layout für die nächste Ausgabe der filzfun besprochen. Allzu viel will ich noch nicht verraten, aber das Cover mit den Handpuppen-Fröschen von Yaroslava Troynich macht doch schon mal richtig gute Laune oder?

filzfun Nr. 67, Sommer 2020

Jetzt bekommt das Magazin mit Bildtexten und Korrekturen den letzten Schliff, bevor es Ende Mai fertig gedruckt vorliegt.

Bunte Hühner aus Pappmaché

Langeweile in der allgemeinen Klausur? Vielleicht kommt da ein Kreativtipp gerade recht, den ich neulich für „Mein Kamishibai“ beim Don Bosco Verlag erarbeitet habe: bunte Hühner aus Pappmaché, passend zur Geschichte „Henne, Has und Osterspaß“.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Fotos gibt’s kostenlos als Download, und das Material dürfte in den meisten Haushalten vorhanden sein: ein Luftballon, ein Eierkarton, ein paar alte Zeitungen … Der Tapetenkleister lässt sich notfalls durch einen selbst angesetzten Mehlkleister ersetzen. Bemalt habe ich meine Hühner mit Acrylfarben, aber der gute alte Deckfarbenkasten tut’s auch.

Hier geht’s zum Download:

http://www.mein-kamishibai.de/download-huhn-und-eier-aus-pappmaschee

Ich wünsche allen Familien ein paar entspannte, kreative Stunden beim Basteln und freue mich auf Fotos von vielen bunten Hühnern.

Arbeit in Zeiten von Corona

Eigentlich wäre dieses Wochenende eines der umtriebigsten des ganzen Jahres gewesen: In Köln hätte die Handarbeitsmesse h+h cologne stattfinden sollen, auf der ich alljährlich viele Geschäftspartnerinnen und Kolleginnen treffe. Am Stand von Schachenmayr wollten wir die ersten Maschen für einen Mystery-Knitalong mit Frau Feinmotorik anschlagen, und jetzt, Sonntagvormittag wollte ich im Zug nach Hause sitzen, um heute Abend beim Frühjahrskonzert meines Blasorchesters Posaune und Tenorhorn zu spielen. Eine Geburtstagsfeier bei Freunden, ein gemeinsames Frühstück, der traditionelle Vor-Messe-Abend bei meinem Lieblings-Elsässer diesseits des Rheins, dem Wackes in Köln, – alles abgesagt.

Kismet! So ist das nun halt. Ich übersetze in Ruhe ein Strickbuch und bereite die Themen für die Sommerausgabe der filzfun vor. Socke, eine unserer drei Redaktionskatzen, leistet mir dabei Gesellschaft.

Ach ja, und die ersten Reihen für den #tahitikal habe ich nun halt wie alle anderen Mitstrickerinnen hier in meiner Klausur gestrickt.

Bleibt daheim, bleibt gesund und macht das Beste aus dieser großen Pause!